Streunerprojekt auf Gran Canaria  -  Dezember 2010 | Einsame Kinder | Die Stimme der Berge |

                                                               Gemeinsam für unsere Kinder | Gegen die Schreie dieser Welt


 


Bis heute gehen mir die Bilder des abgetrennten Katzenschwanzes nicht aus dem Kopf. Wie sehr muss das Tier gelitten haben ? Mit welcher bestialischen Ader müssen Menschen ausgestattet sein um so etwas zu tun ?



Täglich fahre ich zu den zwei kleinen Katzenkindern. Haben sie miterleben- und auch mit anhören müssen wie ihre Mutter starb ?

Wenn ich zu der Futterstelle fahre, betätige ich den Klicker und dann kommen die zwei Kleinen im Sausewind angelaufen. Sie sind noch sehr scheu, was ich positiv bewerte, denn ich vermeide von nun an sie zu streicheln. Nicht auszudenken was mit ihnen passieren könnte, wenn sie Vertrauen zu uns Menschen fassen. Wenn sie zutraulich werden und sich anfassen lassen. Müssen die dann auch so bestialisch sterben wie ihre Mutter ?

Vor ein paar Tagen hat sich eine weitere Katze an dieser Futterstelle eingefunden. Ich konnte schon mehrmals beobachten wie diese mit den einsamen Kindern in der Sonne herum albert und diese auch genussvoll abschleckt.



Ich denke, dass diese neue Katze die Mutterrolle für die Kinder übernommen hat. Es ist herzerweichend wenn man diese drei zusammen sieht. Noch vor ein paar Wochen sah die Welt für diese zwei Katzenbabys nicht so rosig aus.

Ich werde der neuen „Katzenmami“ noch etwas Zeit mit ihren „Adoptivkindern“ lassen und dann werde ich sie leider für zwei Tage trennen müssen, den auch diese erwachsene Katze muss zur Kastration.

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Nicht nur das Meer, der Sandstrand und die Sonne gehören zum Bild der Sonneninsel, sondern auch die Berge gehören zu Gran Canaria.



Immer und immer wieder fahre ich die unterschiedlichsten und abgelegenen Regionalitäten ab, um einsamen und hungrigen, sowie kranken Tierkindern zu helfen.

Hier in den Bergen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Es ist alles ganz ruhig. Kein Autolärm, keine Menschen die sich durch überfüllte Straßen drängen, kein buntes und lautes Leben.



Man hat fast das Gefühl, man sei in einer anderen Welt. Insofern scheint auch die Ansicht der Menschen in den Bergen anders zu sein. Anders in Bezug auf die Tiere dort. Ich habe keine einzige markierte Katze gesehen (Markierung = Zeichen der Kastration).

An einer Schule entdeckte ich eine ganze Menge Streuner. Alle Katzen schauten aufmerksam drein und ihre Blicke drangen tief ins Herz.



Ich schaffte es drei von ihnen einzufangen und brachte sie auf direktem Wege zu meiner Tierärztin. Gott sei Dank habe ich diese Tierärztin an meiner Seite.

Bei einer Katze entdeckte ich am Hals das eingewachsene Halsband. Eingewachsen in das Fleisch drückte das Band auf den kleinen Körper, auf den Kehlkopf, auf die Luftröhre….

Neben der Kastration bei allen dreien, wurde –selbstverständlich- das eingewachsene Halsband bei der einen Katze entfernt und bei der 3. Katze erfolgte zusätzlich noch eine Zahnbehandlung.



Ich werde von nun an öfters in die Berge fahren, um mich auch dort um die Tiere zu kümmern. Wenn sich die Menschen dazu entschieden haben, ein Leben ohne moderne Zeit zu leben, ist das völlig akzeptabel.

Jedoch sollte man bei der Versorgung der Tiere MIT DER ZEIT gehen, denn nur so kann man helfen und retten.


Immer wieder werden diese fragenden Blicke auf mich gerichtet. Die Frage die da lautet: Mensch, kann ich Dir vertrauen?

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Danke Ihrer Hilfe konnte ich vielen Tieren hier auf der Sonneninsel helfen. Danke Ihrer Hilfe war die medizinische Versorgung gesichert. Ich weiß nicht, wie ich es in Worte fassen soll, denn Ihre Hilfe hat mich überwältigt. Es gibt mir Kraft zu wissen und zu spüren, dass Sie alle den Weg mit mir gehen. Ich danke Ihnen allen von ganzem, ganzem Herzen !

Das hier ist der erste Kater der nach dem Spendenaufruf kastriert wurde.



Mit einer Falle konnte ich ihn einfangen. Es war kein leichtes Spiel, denn neben seiner großen Scheu ist das Kerlchen auch noch bissig.



Kein Wunder. Sein Misstrauen ist völlig legitim, denn ich weiß nicht, was er schon alles Schlimmes erlebt hat in der Vergangenheit.



Ich brachte das Kerlchen also zu meiner Tierärztin und nachdem er die Narkose erhielt, stelle die Ärztin noch eine akute Zahnentzündung bei ihm fest. Als Folge mussten ihm 4 Zähnchen gezogen werden.



An diesem Tag wurde aber nicht nur der Kater kastriert. Ich konnte zwei weitere sehr zutrauliche Katzen (eine weiße und eine schwarz-weiße) einfangen und ebenfalls zum Tierarzt bringen. Beide wurden kastriert. Als ich die Katzenkinder wieder abholen durfte, sagte mir die Tierärztin, dass die schwarz-weiße Katze bereits tragend im Anfangsstadium war.

Auch das ist Tierschutz liebe Tierfreunde. Ein Leben das noch nicht begann, zu beenden. Aber das brauche ich Ihnen nicht zu sagen, denn ich weiß, ein jeder von Ihnen –der Herz und Verstand hat- versteht diese Entscheidung.

Dank Ihrer Hilfe konnte ich aber noch mehr erreichen und helfen.


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Nach dem Spendenaufruf für das Streunerprojekt hatte sich wirklich einiges getan. Es sind sage und schreibe 325,- Euro an Spenden eingegangen. Nochmals tausend Dank an all die lieben Spender die das Streunerprojekt unterstützt haben oder noch unterstützen werden.
Ohne die Hilfe von Ihnen hätte ich das alles nicht erreichen können.

Ich konnte mit dieser Spende 8 weibliche Katzen und 2 Kater kastrieren lassen.

Des Weiteren erhielten 2 Katzen eine komplette Zahnsanierung. Leider können die beiden jetzt kein Trockenfutter mehr zu sich nehmen, da ein jeder von ihnen nur noch 4 Zähnchen im Mäulchen hat. Ihre Zähnchen waren so entzündet, verfault und haben Schmerzen verursacht, dass es leider keine andere Möglichkeit mehr gab.

Insofern bekommen die Kinder nun Dosenfutter. Das müssen sie nicht wirklich kauen und –so wie ich das Schmatzen beurteile- schmeckt ihnen das Dosenfutter besser als das Trockenfutter :o)

Zuerst ging mir der scheue, wütende und auch bissige Kater in die Falle (Bericht: November 2010)



Es war ein sonniger Tag als ich einen Ausflug zu einer Freundin machte, die etwa 70 km vom mir entfernt wohnt. Unterwegs musste ich tanken. Durch Zufall entdeckte ich an dieser Tankstelle vier Katzen. Weit und breit gab es nur diese Tankstelle. Es stand kein Haus in der unmittelbaren Nähe, wo die Tiere hätten Futter bekommen können.

Vermutlich lebten diese 4 Katzen nur von dem, was die Mühltonnen hergaben. Viel war dies mit Sicherheit nicht, denn alle vier waren unglaublich dünn.



Ich holte sofort 3 Dosen Katzenfutter aus meinem Kofferraum und verteilte das Futter.



Alle vier stürzten sich hastig über die Mahlzeit und verschlangen sie gierig.



Nachdem sie alles gefressen hatten schnappte ich mir eine nach der anderen und legte sie vorsichtig und sachte in mein Auto. Immer und immer wieder sprach ich leise und beruhigend auf sie ein.



Mein einziger Gedanken in diesem Moment war von Angst und Sorge geprägt. Nicht auszudenken, wenn diese vier Katzen noch Babys auf die Welt brächten und das in dieser menschenleeren und kargen Gegend. Nein, das durfte auf keinen Fall passieren. Ich fuhr also mit meinen 4 Streunern wieder zurück zu meinem Wohnort, direkt zu meiner Tierärztin.



Die ganze Fahrt über schrien die vier Katzen. Ich spürte ihre Angst. Unwissend was ich mit ihnen vorhabe schauten sie mich mit großen Augen an. Ihre kleinen Körper waren aneinandergepresst. Immer und immer wieder versuchte ich sie während der Fahrt zu beruhigen.

Bei der Tierärztin wurden die Katzen erst mal etwas aufgepäppelt und dann, am vierten Tag, auch kastriert. Zwei der Katzen waren im Anfangsstadium trächtig. Einige Zeit später konnte ich die vier Kinder wieder abholen und zurück an ihren Platz an der Tankstelle bringen.

Ich hoffe sehr, dass ich auch den Kater dort an der Tankstelle finden werde, denn auch er muss kastriert werden. Ebenso hoffe ich sehr, dass der Pächter der Tankstelle dem Streunerprojekt positiv zugetan ist und mit mir zusammen arbeiten wird. Zusammen arbeiten heißt: die Katzen dort regelmäßig zu füttern. Selbstverständlich werde ich dem Pächter das Futter zur Verfügung stellen, denn aus eigener Tasche wird keiner hier die Streuner versorgen. Natürlich würde ich regelmäßige (heimliche) Kontrollen machen, ob die Futtergabe durch den Pächter auch erfolgt.

Sollte das Gespräch mit dem Pächter negativ verlaufen, dann werde ich ab sofort -zusätzlich zu der Versorgung aller anderen Streuner- noch 3 Mal in der Woche die 70 Kilometer zu dieser kargen Gegend fahren, um die Katzen zu versorgen. Ich kann sie doch nicht im Stich lassen !!


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Liebe Tierfreunde,

ich möchte mich nochmals bei Ihnen allen ganz herzlich bedanken. Die Arbeit hier auf Gran Canaria ist alles andere als leicht. Oftmals laufen mir die Tränen, die ich nur spüre weil sie auf meiner Haut brennen !! Oftmals schlägt mein Herz vor Aufregung und Angst. Nicht nur die Angst UM DIE TIERE, sondern auch die Angst VOR DEN MENSCHEN.
Insofern hilft es mir ungemein zu wissen, zu sehen, zu lesen, zuhören und auch zu spüren, dass ich nicht alleine bin mit dem Assisi-Streunerprojekt.

Haben Sie vielen, vielen Dank. Erlauben Sie mir noch zum Ende hin die Bitte an Sie zu richten: helfen Sie uns weiter. Sie sehen: nur mit Ihrer Hilfe kann Tierschutz funktionieren. Bitte begleiten Sie mich und das Streunerprojekt auch weiterhin, wenn es heißt:


FÜR DIE KINDER DIESER WELT !

 

letzte Aktualisierung  21.05.11

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