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Streunerprojekt auf Gran Canaria - Januar 2011 | Lebensgefahr | Schämt Euch | Kastrationen | |
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Liebe Tierfreunde,
wieder ist ein Monat fast vorbei in dem ich vieles erleben durfte. Situationen und Bilder, die ich bereits kenne, bereiten mir immer noch Angst und Sorge. Ereignisse die sich wiederholen, machen mich wütend und sprachlos. So schnell wie die Zeit vergeht, so abenteuerlich sind die Stunden hier auf Gran Canaria. Jeder Tag hält für Mensch und Tier etwas bereit. Planungen beim Streunerprojekt sind oftmals schwer, denn meistens kommt es anders als man denkt. Aber es gibt nicht nur traurige Erlebnisse, sondern auch Erfolge. All das möchte ich mit Ihnen in Verbundenheit teilen.
Für Ihre tolle und unermüdliche Hilfe in der Vergangenheit danke ich Ihnen allen sehr und hoffe, mit Ihnen weiterhin das Streunerprojekt aufrechtzuerhalten wenn es wieder heißt: „Für die Kinder dieser Welt“
Lebensgefahr !
Es war ein angenehm sonniger Tag als ich mit meinem Hund Balu spazieren ging. Schon oft konnte ich –Dank Balus Hilfe- ausgesetzte und hungrige Katzen finden, die Balu gekonnt entdeckte und aufschnuffelte. Insofern begleitet mich bei jedem Spaziergang eine innere Aufregung weil ich nicht weiß, was der Tag; was die Stunde bringt.
Balu schnuffelte angestrengt an einem großen Baum und ich merkte, dass er sich nicht entscheiden konnte, ob dieser Platz der richtige für sein Geschäftchen war. Er war richtig nervös und auf einmal stockte er und schaute hoch in die Baumkrone. Vergessen war das Schnuffeln und Suchen. Mein Blick folgte dem von Balu und ich schluckte im ersten Moment, als sich mir folgendes Bild bot:
Diese Katze saß in dem Baum. Ihre Blicke waren nicht interessiert sondern eher ängstlich und unsicher. Balu fing an zu fiepen doch ich war mir sicher, dass die Katze den Abstieg von Baum alleine schaffen würde. Sie saß nicht hoch in der Baumkrone und die Äste waren für das Herunterklettern gut angeordnet. Schon oft konnte ich beobachten, wie Katzen vor Angst die Bäume erklommen und wenn die Gefahr vorbei war, wieder abstiegen.
Ich setze meinen Weg mit Balu fort Sichtlich erschöpft nach dem langen Spaziergang, kamen wir in unserem Bungalow an und genossen die Sonne
Am nächsten Tag ging ich mit Balu schon sehr früh zum Gassi. Ich musste immer wieder an die „Baumkatze“ denken und beschloss nachzusehen.
Dieses Mal stockte mir der Atem. Ich entdeckte die Katze schon von weitem.
Sie musste in der Nacht Stück für Stück höher in die Baumkrone geklettert sein. Dieses Mal wusste ich sofort: jetzt schafft die Katze den Abstieg nicht mehr. Ich hörte das klägliche Miauen und spürte die große Angst der Katze. Es bestand Lebensgefahr für das Tier!
Ich kletterte also auf den Baum und sprach immer und immer wieder leise zu dem Tier. Doch egal wie sehr ich mich auch bemühte, ich kam an das Tier nicht ran.
Ich lief also mit Balu schnell nach Hause und holte meine Schwester, die zu der Zeit auf Besuch bei mir war. Mit einer großen Leiter im Gepäck liefen wir beide schnell zu dem Baum zurück. Während unserer kurzen Abwesenheit war die Katze noch höher in die Krone geklettert. Mittlerweile war ihr Miauen ein klägliches Wimmern und Weinen. Aber nicht nur die Angst des Tieres wuchs, sondern auch die Anzahl der Schaulustigen. Große starke Männer, die uns ohne weiteres hätten helfen können, standen lachend da und amüsierten sich über unseren Rettungsversuch.
Schämt Euch !!!
Wir stellten die Leiter auf und ich stieg hoch. Die Stacheln des Baumes bohrten sich tief durch mein Sweatshirt. Und was macht die Samtpfote? Sie kletterte immer höher und höher. Mittlerweile klammerte sich das Tier an einen ganz dünnen Zweig. Ich bekam Angst. Ich wusste, wenn die Katze jetzt fiel, wäre alles zu spät. Meine leisen und behutsamen Zusprachen halfen nicht.
Dann endlich bekam ich das Tier zu packen. Ich ließ nicht los. Eher wäre ich von der Leiter gefallen als die Katze hilflos da oben sitzen zu lassen. Die Katze schrie und wehrte sich. Kein Wunder. Woher sollte das Tier wissen, das wir nur das Beste für sie wollen. Die Katze schien- so wie wir- das laute Lachen und Grölen der Schaulustigen zu hören, die belustigt und verurteilend den Kopf über unseren Kletter- und Rettungsversuch schüttelten.
Nach ganzen 2 Stunden war es geschafft. Endlich hatte ich sie fest auf dem Arm. Vorsichtig steig ich die Leiter herab. Die Katze zitterte, aber sie war wohlauf.
Nachdem wir uns alle ein wenig beruhigten, bemerkte ich eine unbändige Wut in mir.
Die Wut über die Menschen, die es lustig finden wenn ein hilfloses Geschöpf in Gefahr steckt. Was ich diesen Menschen wünsche, wage ich nicht in Worte zu fassen. Wir haben die schwarze Schönheit „Flora“ getauft, nach der griechischen Mythologie der kleinen Göttin der Blumen, Pflanzen und Blüten.
Natürlich wurde Flora gleich dem Tierarzt vorgestellt und in Kürze wird sie auch kastriert. Wo wir auch schon beim nächsten Bericht wären :o) Das Kastration/en das größte Ziel (!) bei dem Assisi-Streunerprojekt ist, muss ich Ihnen –liebe Tierfreunde- nicht erläutern. Sie alle wissen genau wie wir, auf was es ankommt und was wichtig ist!
Kastrationen
Jeder Streuner wird durch den zuständigen Tierarzt medizinisch versorgt und natürlich auch kastriert. Da alle Spendengelder leider mittlerweile aufgebraucht sind, werden die Kosten hierfür aus privaten Mitteln beglichen. Es ist wirklich nicht einfach. Das Gefühl helfen zu wollen, helfen zu müssen, doch ausgebremst zu werden durch die finanzielle Notlage, ist schlimm.
Folgende Streuner konnte ich im Februar kastrieren lassen:
Die zu Beginn große Aufregung der Samtpfoten, wenn es zum Tierarzt geht, ist absolut verständlich. Manch einer versucht immer wieder mit lauten Miauen und dem Strecken der Pfötchen aus der Box raus zukommen:
Die Tiere scheinen jedoch immer wieder zu merken, dass ich es gut mit ihnen meine und niemals etwas tun würde, was ihnen schadet! Schon nach recht kurzer Zeit schauen sie interessiert drein oder machen ein kleines Nockelchen
Eben noch relaxed in der Box…….
…..sind die lieben Kinder auch schon auf dem Arm:
Wir vertrauen diesen Tieren und die Tiere vertrauen uns. Vielleicht ist dies der Grund, warum sich fast alle Samtpfoten an uns schmiegen, wenn wir im Wartezimmer der Tierarztpraxis sitzen:
Und wie man sieht, lässt sich manch einer von der Warterei nicht beeindrucken:
Narben die verheilen Selbst nach den erfolgten Kastrationen zeigen die Katzenkinder keine Angst. Gut versorgt mit Schmerzmitteln und Antibiotika hat ein jeder von ihnen alles gut überstanden.
Liebe Tierfreunde,
die Arbeit auf Gran Canaria setzt persönliche Ziele. Ziele die Idealismus, Tierliebe und Engagement voraussetzen. Doch wenn diese Ziele -für die Tiere in Not- nicht erreicht werden können, weil finanzielle Mittel fehlen, dann wächst die innere Verzweiflung und eine Hoffnungslosigkeit macht sich breit.
Erlauben Sie mir daher eine Bitte zu äußern. Die Bitte um Hilfe. Ich bin mir bewusst –durch meine jahrelange Erfahrung- das es unzählige Tierschutzseiten im World Wide Web gibt, die voll gespickt sind mit Spendenaufrufen. Webseiten, die mit gekonnten Worten jeden in den grausamen Bann der Notleidenden Tiere zieht. Kurzum: Es wird Webung mit der Not der Tiere gemacht. Wir –das Assisi Team- weigern uns, solche Maßnahmen zu ergreifen. Viel mehr ist es uns wichtig, Sie persönlich am Geschehen, an unserer Arbeit teilhaben zu lassen und Ihnen vorurteilsfrei die Entscheidung zu überlassen, ob Sie uns begleiten.
Insofern überlasse ich nun Ihnen die Entscheidung eine Patenschaft für unsere Streuner zu übernehmen. Eine Patenschaft, die Leben retten kann, Hoffnungslosigkeit und Sorge mindert und gleichzeitig das Streunerprojekt am Leben erhält.
Jeder Cent zählt. Entscheiden Sie selbst welche Betragshöhe Sie den Streunern monatlich zu Gute kommen lassen möchten und können.
Unsere Bankverbindung lautet:
Tierhilfe Assisi Aus dem Ausland: Sparda-Bank Südwest eG BIC: GENODEF1S01 KTO: 106021549 IBAN: DE02550905000106021549 BLZ: 55090500
Verwendungszweck: Gran Canaria Streunerprojekt
Wir können uns bei Übernahme einer Patenschaft nicht nur mit Worten von Herzen bedanken, sondern Ihnen auch eine liebevoll gestaltete Urkunde überreichen.
Die Erstellung- wie auch der Versand dieser Urkunde wird von unserem Partner den Dog4Dogs übernommen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesem Bericht erneut einen kleinen Einblick in den Alltag des Streunerprojekts geben.
Mit diesem Bericht, mit meiner großen Bitte und mit herzlichem Dank an Sie, verabschiede ich mich bei Ihnen für den Moment und sende herzliche Grüße an Sie Ihre Stefanie Mendola |
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letzte Aktualisierung 21.05.11
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